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Impulse Oktober 2026

Logo Praxis für Psychotherapie, Psychoonkologie und Coaching, Sabine Brütting, Frankfurt am Main

„Hast du auch genug getrunken?“ –

Über alternde Eltern und fürsorgliche Kinder

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Eine Freundin erzählt mir: „So beginne ich fast jedes Telefonat mit meiner Mutter: Hast du auch genug getrunken? Und jedes Mal ist ihre Standardantwort: Das fragst du immer. Nach diesem Einstieg haben wir beide schon keine große Lust mehr, miteinander zu reden; es ist schon ein kleiner Misston entstanden. Ist das nicht schrecklich? Aber ich weiß ja: sie trinkt einfach nicht genug.“

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Eine Tochter, die sich sorgt – eine alte Mutter, die sich kontrolliert fühlt. Die Tochter meint es gut, das ist ihrer Mutter auch bewusst – und trotzdem ärgert sie sich jedes Mal über die Frage.

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Viele alte Menschen sind stolz darauf, ihren Alltag noch weitgehend eigenständig bewältigen zu können. Nicht mehr so wie früher, aber irgendwie geht es schon. Doch bei vielen Dingen brauchen sie im Laufe der Zeit Hilfe und sind froh, wenn sie sich auf ihre erwachsenen Kinder verlassen können. Doch nach Hilfe zu fragen und sie anzunehmen, ist für sie nicht immer leicht. Es kann bedeuten, sich mit den eigenen nachlassenden Kräften auseinandersetzen zu müssen.

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Die Fürsorge der Kinder tut gut – und wird manchmal auch als zu viel oder gar als Bevormundung empfunden. Schleichend verändern sich die Rollen - und das ist für beide Seiten eine Herausforderung.

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Erwachsene, die sich um ihre alten Eltern kümmern, erleben es oft als eine permanente Gratwanderung: Wie viel Unterstützung brauchen meine Eltern wirklich? Wo fange ich an, sie ungewollt klein zu machen oder Verantwortung zu übernehmen, die mir gar nicht zusteht?

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Und nicht immer ist es ein harmonisches Miteinander der Generationen, auch jetzt nicht, im Alter. Manche alten Konflikte wurden nie geklärt und haben noch immer Potenzial für Auseinandersetzungen, manche Vorwürfe wurden nie beiseitegelegt, sondern bestehen nach wie vor, manche Wunden sind nie geheilt. Fürsorge entsteht nicht immer aus Nähe und Liebe; manchmal ist das Kümmern um die zunehmend bedürftigen Eltern mehr Pflichtgefühl als innerer Antrieb. Aber auch die Befürchtung, später zu bereuen, sich nicht genug gekümmert zu haben, kann Antrieb sein. Auch das ist eine Realität, die oft im Verborgenen bleibt.

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Doch gute Fürsorge muss nicht heißen, einem anderen Menschen jede Entscheidung abzunehmen. Oft besteht die Herausforderung darin auszuhalten, dass die eigene Mutter oder der eigene Vater anders lebt, als man selbst es für vernünftig hält.

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Meine Freundin schildert mir, wie sehr sie der teilweise Rollentausch jetzt belastet: „Manchmal habe ich das Gefühl, ich behandle meine Mutter wie ein Kind. Wenn ich mich dabei ertappe, habe ich sofort ein schlechtes Gewissen. Aber es ist so unendlich schwierig, die richtige Balance zwischen notwendiger Fürsorge und dem Respekt vor ihrer Selbständigkeit zu halten.“

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Und dann fügt sie noch hinzu: „Manchmal sagt meine Mutter so wie früher „Goldkind“ zu mir. Dann fühlt es sich für einen kurzen Moment wieder vertraut und so an wie früher: Sie ist meine Mama – und ich bin ihr Kind…“

Praxis für Psychotherapie, Psychoonkologie und Coaching, Sabine Brütting, Frankfurt am Main
Klangschale in der Praxis für Psychotherapie, Psychoonkologie und Coaching, Sabine Brütting, Frankfurt am Main
Blume in der Praxis für Psychotherapie, Psychoonkologie und Coaching, Sabine Brütting, Frankfurt am Main
Schreibtisch in der Praxis für Psychotherapie, Psychoonkologie und Coaching, Sabine Brütting, Frankfurt am Main
Blühpflanze in der Praxis für Psychotherapie, Psychoonkologie und Coaching, Sabine Brütting, Frankfurt am Main

​​​Kontakt: Mobil: 0177 / 96 33 147 • sabine.bruetting@web.de

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